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10 Tipps wie du zum besten Zuhörer wirst und wirklich für jemanden da sein kannst

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Kennst du das, wenn du in einer Unterhaltung gefangen bist aus der du nur ausbrechen willst? Dein Gegenüber geht überhaupt nicht auf dich ein und du überlegst schon wie du die nächste Unterhaltung umgehst? Viele Menschen denken immer noch, dass sie sich in Unterhaltungen interessant machen und einen guten Eindruck hinter lassen müssen, indem sie sich selbst in beweihräuchern, tolle Geschichten erzählen und einfach viel reden. Das Gegenteil ist aber der Fall.

Ein guter Zuhörer gibt seinem Gegenüber Raum sich wertfrei auszudrücken und das hinterlässt ein gutes Gefühl und ermöglicht wirkliche Veränderung. Besonders als introvertierte Person kann man sich das zu Nutze mache, dass Menschen gerne über sich selbst reden und mit neugierigen Fragen und gutem Zuhören punkten. Aber besonders Extrovertierte sollten sich ein paar Scheiben davon abschneiden, um auch mal anderen Raum lassen um sich auszudrücken.

Ich habe viele der folgenden Tipps über Jahre unbewusst gemacht und mich gefragt, warum sich Menschen mir so schnell öffnen und mich schnell bei Problemen zu Rate ziehen, auch wenn ich der neue in einer Gruppe bin. Beachte folgende Punkte und du wirst zum Lieblings-Gesprächspartner deiner Freunde, besonders wenn es jemand schlecht geht.

Tipp 1: Sei mehr interessiert an anderen als an dir selbst

Gerade wenn du Themen hast über die du gerne redest, weil du dich dort besonders gut auskennst, ist es wichtig auch mal über den eigenen Tellerrand zu gucken. Als guter Zuhörer vergisst du dich selbst komplett und konzentrierst dich voll auf den anderen Menschen und was diesen Menschen interessiert und bewegt. Versuche dein Gegenüber so gut wie möglich kennen zu lernen und bewerte und vergleiche nicht mit dem, was du bereits kennst. Sei offen wie ein kleines Kind, das neugierig alles über die Welt des Anderen lernen will.

Tipp 2: Nehme an, du kannst von jedem Menschen etwas lernen

Ich habe letztens mit Jemandem geredet, der meinte, er kategorisiert Menschen schon beim Kennenlernen in „interessant“ und „uninteressant“. Das fand ich sehr erschreckend, weil ich denke, dass man von jeder Begegnung etwas lernen kann. Auch von anstrengenden Menschen oder Leute mit komplett anderen Meinungen können wir sehr viel lernen, besonders über uns selbst. Unsere Reaktionen auf die Weltanschauung von jemand anders kann uns sehr viel über unsere unbewussten Glaubenssätze und Denkmuster verraten.

Tipp 3: Sei 100% bei deinem Gegenüber

Wenn man begreift, dass alle Begegnungen wertvoll sind, begreift man auch die Wichtigkeit immer 100% bei seinen Mitmenschen zu sein, ohne Handy-Ablenkung und mit voller Aufmerksamkeit. Für mich gibt es kein Unterschied mehr zwischen einem Treffen mit Freunden, einem Meeting auf der Arbeit oder dem Gespräch mit dem Obdachlosen vor dem Supermarkt. Jede Begegnung kann unser Leben oder das Leben der anderen komplett verändern, also sei aufmerksam und fokussiert.

Tipp 4: Frage nicht zu viele Warum-Fragen

Wir neigen oft dazu anderer Leute Entscheidungen mit den Erfahrungen aus unserem Leben zu vergleichen und wollen wissen warum sie ihren Lebensweg anders gewählt haben als wir. Aber besonders schwere Entscheidungen sind manchmal nicht so einfach oder gar nicht zu erklären. Warum-Fragen drängen Menschen oft in eine Ecke und sie verfallen in Erklärungsnot. Wenn du in einer Unterhaltung bemerkst, dass du jemand anderen in die Ecke gedrängt hast, kannst du intervenieren mit sowas wie „Aber ich verstehe dich voll, ich finde deine Entscheidung cool und mutig!“.

Tipp 5: Keine ungefragten Ratschläge

Nichts ist schlimmer als ungefragte Ratschläge. Egal wie sehr du denkst, du kannst dem Menschen helfen, jede Erfahrung und Situation ist anders. Auch wenn man stolz auf die eigenen Lösungswege ist, sie müssen nicht bei allen Menschen funktionieren. Bevor du Ratschläge gibst, frage einfach ganz klar „Willst du einen Ratschlag oder soll ich einfach zuhören?“

Finger weg von ungefragten „An deiner Stelle würde ich“-Aussagen – damit trivialisierst du Probleme von Anderen. Impulse kann man auch geben, ohne dem Menschen zu sagen, was er tun soll. Erzähle nebenbei von Freunden, die ähnliche Probleme hatten ohne es mit der aktuellen Situation zu verbinden. Oder wenn du es gar nicht lassen kannst, formuliere es offener. Anstatt „Du musst dir Hilfe suchen“ kannst du sagen „Ich hatte mir mal Hilfe gesucht und das hatte mir voll gut getan, aber jeder Mensch ist anders.“

Tipp 6: Fühle die Gefühle des anderen

Um eine gute Zuhörerin zu sein, besonders wenn jemand über Probleme redet, muss man bereit sein, die Gefühle des Gegenübers zu fühlen. Wenn man das nicht kann und sich dagegen wehrt, kommt es häufig dazu, dass man nur schnell nach Lösungen sucht und die Probleme klein redet, weil man den Schmerz des Gegenübers nicht aushalten kann.

Wenn du die Neigung dazu hast immer schnell Lösungen anzubieten, beobachte dich selbst und deine Gefühle das nächste Mal in so einer Situation. Entspanne deinen Körper, fühle was es mit dir macht und lass die Person einfach mal reden ohne zu antworten und gucke, wie schwer dir das fällt. Beispielsweise kann es gut sein, dass wir unsere eigenen Verlustängste spüren, wenn jemand über den Tod eines Angehörigen redet – aber wenn wir das nicht aushalten, versuchen wir alles schnell „weg“ zu reden. Auch ein Kommentar, wie „Ich weiß GENAU wie du dich fühlst, am besten ist dann einfach …“ ist meistens nicht hilfreich.

Die Lösung ist, der anderen Person einfach Raum zu geben, wo sie ohne Wertung alles ausdrücken darf. Einfach ohne Kommentierung zuhören und den Gefühlen nachgehen: „Das fühlt sich bestimmt voll schlimm an. Du bist wirklich traurig, oder? Das ist wirklich eine schlimme Situation, ich verstehe, dass du dich so fühlst.“ Emotional zuhören ist Next Level – Zuhören.

Tipp 7: Mach, dass sich dein Gegenüber gut fühlt

Es gibt diesen Spruch, den ich für sehr wahr empfinde: „Wir erinnern uns nicht an das, was andere Leute gesagt haben, aber wir erinnern uns daran, wie sie uns fühlen lassen haben.“ Wir können so viele tolle Geschichten erzählen, wie wir wollen. Wenn wir unser Gegenüber dadurch dazu bringen sich klein, unwissend oder nicht gesehen zu fühlen, wird dieses Gefühl wieder aufpoppen, wenn man sich das nächste mal begegnet.

Sei positiv interessiert an deinem Gegenüber, auch wenn du ganz andere Interessen hast. Lobe sie für Errungenschaften, auch wenn dich das nicht interessiert oder du das längst gemeistert hast. Jeder Mensch ist auf einem ganz eigenen Weg und jeder Mensch hat andere Herausforderungen zu unterschiedlichen Zeiten. Wenn du Menschen dazu bringen kannst, sich gut und gesehen zu fühlen, werden sie gerne in deiner Umgebung sein und dich gerne zu Rate ziehen, wenn sie Hilfe brauchen.

Tipp 8: Frage, bevor du dich auskotzt

Menschen sind nicht zu jeder Zeit aufnahmefähig für komplexe Geschichten. Bevor du also mit der Schimpftirade über Chef, Arbeit und Kollegen anfängst, frage kurz, ob die Person gerade Energie hat sich das anzuhören. Je nach emotionalem Zustand der anderen Person, kann das möglicherweise noch mehr Stress auslösen, wenn wir unseren Ballast ungefragt auf andere abladen.

Mit einem „Ey, mir geht’s nicht so gut, kann ich mich bei dir einfach mal kurz auslassen?“ bereitet man andere auf das vor was kommt und gibt ihnen eine Wahl. Wenn sie „Nein“ sagen, können wir einfach jemand anderen anrufen. Wenn das etabliert wird in die tägliche Kommunikation mit Freunden und Partnern, verbessert sich die Beziehung oft drastisch.

Tipp 9: Stelle klar, was dein Gegenüber gerade braucht

Du weißt nicht, ob du etwas kommentieren sollst? Keine Ahnung wie du auf eine Geschichte reagieren sollst? Du weißt nicht, wie du helfen kannst? Wie ich es bereits bei Ratschlägen erwähnt habe: Frage einfach.
„Willst du einen Ratschlag, eine Umarmung oder soll ich einfach nur zuhören?“ sind vermutlich die schönsten Worte, die du jemandem sagen kannst, wenn es demjenigen schlecht geht. Bevor wir nur nerven, in Fettnäpfchen treten oder etwas nur schlimmer machen, sollten wir einfach Fragen.

Auch wenn du in der Rolle des Redners bist, sage im vorhinein am besten genau was du brauchst. Wir erwarten oft, dass unsere Mitmenschen einfach wissen, was wir brauchen, aber dem ist meistens nicht so. Wir können keine Gedanken lesen. Also bevor du anfängst zu erzählen, sage einfach „Ey, mein Tag war schlimm, kannst du einfach mal zuhören? Ich brauche keine Ratschläge, ich muss einfach mal reden.“

Wenn ich mal in einem komischen Zustand bin und am liebsten meine ganzen Bücher, Videos und Online-Sachen löschen würde, rufe ich manchmal einfach Freunde an und frage „Hey, irgendwie bin ich in einer komischen Stimmung. Kannst du mir einfach mal was nettes sagen?“

Tipp 10: Diskutiere nicht über richtig und falsch

Ich bekomme es fast täglich mit, dass Leute in Unterhaltungen ständig darum bemüht sind ihre Meinung zu bestätigen. Es wird lange darüber diskutiert, wer denn jetzt richtig oder falsch ist. Benutze Unterhaltungen nicht, um deinen Standpunkt zu verteidigen, sondern dafür andere Standpunkte kennenzulernen.

Validiere anderer Leute Meinungen bevor du deine Ansicht dazu preisgibst, damit es nicht zu einem ständigen Hin und Her wird und man sich nicht in Details verliert. Beispiel: „So habe ich das noch nie gesehen, das ist ja interessant, aber ich verstehe dich voll. Ich habe das bisher so gesehen … was hälst du davon?“

Das führt zu gemeinsamen neuen Lösungen und Ideen anstatt zu einem Kampf ums Recht haben.

Der Geheimtipp

Alle Menschen suchen eigentlich in Kommunikation und Beziehungen die eine, gleiche Sache: Bedingungslose Akzeptanz für das was sie im tiefsten Innern wirklich sind. Fast alle Menschen haben diverse emotionale Wunden, weil sie als Kind nicht die Bestätigung erfahren haben und die Zuneigung bekommen haben, die sie gebraucht hätten. Wir wurden geschimpft, zurecht gewiesen und nur gelobt, wenn wir uns an die Regeln gehalten haben. Im tiefsten Innern wollen wir aber einfach für das akzeptiert werden was wir sind, ohne Masken, Konditionen und Bedingungen.

Deshalb ist das Beste, das du jemand geben kannst und der erste Schritt vor jeder großen Veränderung, die volle Akzeptanz und Validierung von ihrem emotionalen Zustand und ihrer Wahrnehmung. Erst danach sind viele Menschen überhaupt bereit für eine Lösungsfindung. Mit einem Mix aus folgenden Sätzen kannst du Wunder bei anderen (und dir selbst) bewirken:

„Ich verstehe dich voll. Keine Sorge, du hast alles richtig gemacht. Du hast das Recht dich so zu fühlen. Mit dir ist alles in Ordnung. An deiner Stelle würde ich mich auch so fühlen. “ oder die typische Therapeutenfrage: „Wie hast du dich dabei gefühlt?“

Was sind deine besten Tipps für schöne, tiefe und inspirierende Unterhaltungen? Ab in die Kommentare damit! Und diesen Artikel am besten an jemanden weiterleiten, der/die es braucht.

Dein Fabian

Über Fabian

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Seit 7 Jahren bin ich frei auf diesem Planeten unterwegs, habe unzählige Leben gelebt und in vielen Ländern eine neue Heimat gefunden. Ich erforsche Gefühle, Ängste, Gedanken und Identität in Zusammenhang mit gesellschaftlichen Normen und Strukturen.

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